Good Practice Juni 2018 - Elterndelegiert als Bindeglieder

Elterndelegierte als Bindeglieder zu Schule und Eltern

Der Primarstandort Isaak Iselin in Basel setzt erfolgreich um, was die Verordnung über die Kooperation zwischen Schule und Erziehungsberechtigen vorgibt. Zwei Elterndelegierte pro Klasse bilden den kulturell gemischt zusammengesetzten Elternrat, der im Schuljahr 2010/11 eingeführt wurde. Er sieht sich als Bindeglied zwischen Lehrpersonen und Eltern und bereichert die Schule und das Quartier mit zahlreichen Angeboten.

Die Schule umfasst 24 Primarklassen und 13 Kindergärten. Entsprechend gross ist auch der Elternrat, bei dem 62 Frauen und Männer mitwirken. Daraus ergibt sich ein grosses Potential und Netzwerk, das genutzt wird, wenn etwas für die Schule und die Kinder organisiert wird.

Das Engagement der einzelnen Delegierten und die wertschätzende Haltung der Schulleitung gegenüber dem Gremium tragen entscheidend zum guten Gelingen der Zusammenarbeit bei. Gemeinsam haben Elternrat und Schulleitung klar geregelt, wer welche Aufgaben übernimmt. Der Elternrat bearbeitet seine Aufgaben in verschiedenen Arbeitsgruppen, welche jährlich neu gebildet werden.

Die Schulleitung und das Präsidium des Elternrates klären zu Beginn des Schuljahres, bei welchen Arbeitsgruppen, Projekten und Ideen die Elterndelegierten die Schule unterstützen könnten. An der ersten Elternratssitzung werden diese Möglichkeiten vorgestellt und die Delegierten können sich entsprechend ihren Interessen eintragen. Sie können auch eigene Mitwirkungsthemen einbringen. Über deren Aufnahme ins Jahresprogramm entscheidet jedoch die Schulleitung.

Die einzelnen Delegierten halten den Kontakt zu den Eltern und Lehrpersonen ihrer Klasse. An den Elternabenden informieren sie über den Elternrat und nehmen übergeordnete Klassenanliegen auf. Diese fliessen dann in die Sitzungen des Elternrats ein, die fünf Mal pro Jahr stattfinden. Der erste Teil der Sitzung dient dem Austausch und der Information unter den Delegierten sowie mit der Schulleitung. Die Arbeitsgruppen haben dann im zweiten Teil Zeit, ihre Aufgaben zu bearbeiten und konkrete Aktivitäten zu planen.

So gibt es eine Gruppe, die regelmässig Quartierrundgänge organisiert und dabei den Kindern die Quartierbäckerei näherbringt, den Ausblick vom Turm der Antonius-Kirche ermöglicht und eine Besuch im Studio von Radio Basilisk arrangiert. Eine andere Gruppe kümmert sich um den Elternpool, der Schülerinnen und Schülern bei Referaten unterstützt. Und auch am Sonntag sind die Eltern aktiv. Sie übernehmen in den «offenen Turnhallen» die Aufsicht und das Elterncafe. Dieses Angebot wird nicht nur von den Kindern und deren Familien sehr geschätzt, auch Lehrpersonen mit ihren eigenen Kindern sind oft bei den offenen Turnhallen anzutreffen. Eine weitere Arbeitsgruppe engagiert sich für die Schulbibliothek, organisiert den Tag der offenen Tür und macht Vorschläge für Neuanschaffungen basierend auf den Bücherwünschen der Kinder.

Der Elternrat agiert ziemlich autonom. Das entlastet auch die Lehrpersonen, weil diese bei den Angeboten nicht involviert sind. Das ist ein bewusster Entscheid der Schulleitung: «Wir halten ihnen den Rücken frei, denn sie haben schon genug zu tun». Und trotzdem ist der Elternrat kein anonymes Gremium, erklärt die Co-Präsidentin «Durch die regelmässigen Anlässe und Sitzungen sind wir mittlerweile vertraut miteinander. Wir kennen viele Lehrpersonen und die Eltern vernetzen sich untereinander.»

Bei so viel Elan können Eltern, Kinder und Schule gespannt sein, wie sich die neueste Idee einer Eltern-Arbeitsgruppe entwickelt wird: Durch die Zusammenarbeit mit einer Basler Galerie regelmässig Kunstwerke der Kinder dort auszustellen und vielleicht zu verkaufen.

Wenn Sie nun mehr wissen wollen über das konkrete Engagement des Elternrates Isaak Iselin, melden Sie sich bei Matthias Meier und Pascal Steiger, Schulleiter der Primarstufe Isaak Iselin, Mail: matthias.meier@bs.ch / pascal.steiger@bs.ch / Telefon: 061 385 94 60.

Links 
Primarschule Isaak Iseli
Flyer Elternrat

Good Practice April 2018 - Kulturspagat

Spagat zwischen verschiedenen Kulturen – Podiumsdiskussion

Im Juli 2017 fand in der Schule Auzelg in Zürich der Elterntreff als Podiumsdiskussion statt. Das Thema des Abends war „Kulturspagat zwischen verschiedenen Kulturen“, welches vom Elternforum nicht ohne Grund gewählt wurde.

Da die Schule Auzelg eine multikulturelle Welt an sich ist, darf ein reibungsloser und gelungener Schulalltag keine Selbstverständlichkeit sein. Wie lautet dann das Zauberwort der Schule? Die Zusammenarbeit! Die Zusammenarbeit von Lehrer/-innen, Eltern und der Schüler/-innen. Diese setzt jedoch eine gute Integration der Schüler und Schülerinnen und deren Eltern in der Schweizer Kultur voraus. Von der Schule ist ein gesundes Mass an Entgegenkommen gefragt.

Was die Integration ist, wie sie erlangt wird und was die Bedingungen sind, musste gemeinsam diskutiert und die eigenen Erfahrungen ausgetauscht werden. Dass die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen während dem Integrationsprozess einen Kulturspagat machen müssen, ist nicht allen klar. Soll beispielsweise ein Kind das machen, was ihm die Lehrpersonen mit Schweizer Wurzeln vorgibt oder das befolgen, was ihm Zuhause gesagt wird? Eine präzise Antwort auf diese und viele weitere Fragen gibt es nicht, deshalb hat sich das Elternforum für eine Podiumsdiskussion entschieden.

Gemäss dem abgebildeten Schema bildeten die Eltern das Publikum.
Die Vertreter/-innen setzten sich aus Lehrpersonen, Eltern, einer jungen Erwachsenen und einem im Hort tätigen Betreuer zusammen. Sie wurden anhand folgender Kriterien ausgewählt bzw. konnten sich freiwillig melden:

  • Erfahrung mit Migration aufgrund des eigenen Integrationsprozesses
  • oder mit Menschen, welche einen Migrationshintergrund haben, seien dies Familienmitglieder, Schüler/-innen oder Partner/-innen.

Zu Beginn der Diskussion stellten sich alle Vertreter/-innen vor und erläuterten kurz ihren Bezug zum Thema Integration und Kulturspagat.

Als Moderatorin leitete Mirya Fazili vom Elternforum die Diskussion und bezog die Fragen aus dem Publikum ins Gespräch ein. Ausserdem hakte sie nach, machte den Vertreter/-innen Mut und motivierte sie, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Sie stellte einen Zusammenhang zum Thema her und machte deutlich, wie wichtig es ist, wenn sich sowohl die Eltern als auch die Lehrpersonen und die Schule dem Kulturspagat der Kinder und der hohen Hürden bewusst sind.

Im Verlaufe des Abends konnte zum einem gezeigt werden, dass die Menschen im Integrationsprozess nicht alleine sind bzw., dass sie über die eigenen Schwierigkeiten sprechen dürfen und sich Unterstützung bei Mitmenschen holen können, welche bei der Integration schon Erfahrungen sammelten. Zu anderem konnte die Scheugrenze mehr oder weniger durchdrungen werden und das Ziel, für das Thema Integration zu sensibilisieren, wurde erreicht.

Im Zentrum der Diskussion standen demnach die Probleme der Kinder, welche in ihrem Umfeld und Zuhause mit unterschiedlichen Kulturen aufwachsen. Thematisiert wurden auch die Mühen ihrer Eltern, den verschiedenen Kulturen und besonders der schweizerischen, entgegen zu kommen. Weiter wurde diskutiert, welche Verpflichtungen im Integrationsprozess der Kinder ihren Eltern und welche der Schule zugeschrieben werden.

Zur Veranschaulichung ein konkretes Beispiel: In bestimmten Kulturen ist es für die Kinder, vor allem für die Mädchen, nicht „erlaubt“ bzw. nicht angebracht, für eine Woche von Zuhause fernzubleiben und somit an einem anderen Ort als dem Elternhaus zu übernachten. Geht aber ein Mädchen in der Schweiz zur Schule, darf bzw. muss es spätestens in der 5. Mittelstufe in ein Klassenlager gehen. Vielen Eltern mit einem Migrationshintergrund bereitet dieser Anlass Kopfzerbrechen. Hier wäre es die Aufgabe der Schule, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen, ihnen Verständnis zu zeigen, Ziel und Zweck eines Klassenlagers zu erklären und versuchen, mit den Eltern gemeinsam eine Lösung zu finden. Laut der Erfahrung eines Vertreters sei dies in den meisten Fällen erfolgreich gewesen.

Am Ende des Abends wurden zwei Ziele festgesetzt:

  1. Den Kindern beim Kulturspagat Zeit zu lassen, ihnen einen Spielraum zu geben, für sie da zu sein und ihnen keine „Grenzen“ vorzuschreiben. Vielmehr soll gemeinsam mit ihnen die „Mitte“ erkundet werden.
  2. Ausserdem sollen nicht die Kulturunterschiede im Vordergrund stehen, sondern die Gemeinsamkeiten, auf die gebaut werden kann.

Ein Elterntreff in Form einer Podiumsdiskussion hat die Teilnehmenden sehr angesprochen. Die Vertreter/-innen konnten ihre persönlichen Erfahrungen, Bedürfnisse und Anliegen einbringen. Dadurch wurde das Eis gebrochen und das Publikum beteiligte sich mit ihren Fragen und Beiträgen am Gespräch. So wurde es den Eltern beispielsweise noch klarer, dass sie die Problemthemen wie Klassenlager, Fasten der Kinder während dem Sporttag, Schulfrei für die Kinder (natürlich als Jokertage) während den religiösen Feiertagen, etc. offen mit der Schule diskutieren und ansprechen können. Zudem wurde es für alle Eltern deutlich, dass nicht nur sie und ihre Kinder einen Kulturspagat machen müssen, sondern auch die Schule bzw. die Lehrpersonen. Die Schule konnte ausserdem darlegen, wie weit sie überhaupt entgegenkommen kann ohne den gesetzlichen Auftrag zu verletzen.

Die Fachstelle Elternmitwirkung dankt Mirya Fazili für den Bericht über die Podiumsdiskussion.

Falls Sie mehr zur Methode oder zur Planung wissen wollen, wenden Sie sich per Mail an Mirya Fazili.

Good Practice Februar 2018 - Elternbildung an Schulen

Wie Elternbildung an Schulen gelingt 

Eltern möchten ihre Kinder während der Schulzeit bestmöglich begleiten. Sie wollen bei schulischen Übergängen ihrer Kinder informiert sein und wissen, welche Unterstützung sinnvoll ist. In einem Interview erklärt Gabriela Heimgartner von S&E Kanton Bern, warum sie dazu das Projekt „Elternbildung an Schulen“ ins Leben gerufen hat.

Die Schulen wünschen sich Eltern, die ihre Kinder auf den Kindergarten und die Schule vorbereiten und das Lernen unterstützen. Dies gelingt nur, wenn Schule und Eltern zusammenarbeiten. Gemeinsame Anlässe zu diesen Themen fördern den Austausch, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit. Deshalb hat Schule & Elternhaus Kanton Bern dazu das Konzept „Elternbildung an Schulen“ erstellt.

Die Veranstaltungen sind systematisch und nach den Bedürfnissen der Eltern und der Schule aufgebaut. Alle Eltern können vor dem Kindergarteneintritt ihres Kindes, dem Wechsel in die 1. Klasse, dem Übertritt in die Oberstufe und dem Eintritt in die Berufswelt einen Anlass besuchen. Diese Veranstaltungen werden fest im Schuljahr verankert, jährlich für die „neuen“ Eltern angeboten und sollten für diese dadurch zu einer Selbstverständlichkeit werden.

Das Pilotprojekt in Burgdorf wurde vom Elternrat organisiert, war ein voller Erfolg und die Rückmeldungen der Eltern waren sehr positiv -  Evaluation, Pressebericht.

Jede Schule kann das Konzept gemeinsam mit den Eltern diskutieren, den eigenen Bedürfnissen anpassen und entsprechend umsetzen. Die Konzeptmappe von S&E erleichtert die Organisation, wird ständig erweitert und enthält Themenvorschläge, Referentenlisten, Vorlagen für Flyer, Checklisten und anderes.

Am 14. März 2018 findet in Bern eine Weiterbildung mit Erfahrungsaustausch für Elterngremien und Personen im Umfeld der Schule zu diesem Thema statt - Ausschreibung „Wie Elternbildung an Schulen gelingt“.

Weitere Informationen zum Konzept und der Umsetzung erhalten Sie bei Gabriela Heimgartner, Co-Präsidentin S&E Kanton Bern, bern@schule-elternhaus.ch.

Good Practice Dezember 2017 - Elterncafe

Eltern und Schule im Dialog

Elterncafé in der Schule Schwabgut, Bern

Seit November 2016 findet jeweils am Dienstag in der Schule Schwabgut in Bern das Elterncafé statt. In entspannter Atmosphäre treffen sich die Mütter und Väter zu einem gemütlichen Kaffeeplausch. In der grossen Pause stossen dann auch die Lehrpersonen dazu.

Die Idee eines Elterncafés entstand schon vor einiger Zeit. Es sollte ein Treffpunkt sein, mit dem das gegenseitige Kennenlernen und der Vertrauensaufbau zwischen den Eltern und dem Schulteam gefördert und gestärkt werden kann. Seit dem Frühling 2016 plante eine breit abgestützte Arbeitsgruppe unter der Leitung der Quartierarbeiterin Annkatrin Graber die konkrete Umsetzung.

Die Caféleiterinnen – Mütter aus dem Quartier mit engem Bezug zur Schule – richten den Raum gemütlich ein, begrüssen ab 8.15 Uhr die Gäste und offerieren ihnen Kaffee oder Tee. Dies ist ein idealer Zeitpunkt, können doch die Eltern zuerst ihre Kinder zur Schule begleiten und anschliessend direkt am Angebot teilnehmen. Für die kleineren Kinder die dabei sind, steht eine Spielecke bereit. In gelöster Stimmung wird gelacht und diskutiert. Die Schulleitung, die Schulsozialarbeiterin und der Hauswart bringen sich in die Gespräche ein. Dass dies den Eltern gefällt zeigt das Statement einer Mutter: «Es ist hier nicht nur gemütlich, man lernt auch viel Neues und erhält die nötige Hilfe.

Während der grossen Pause gesellen sich noch die Lehrpersonen dazu. Die Eltern nutzen die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt mit ihnen zu besprechen. Und auf dem Weg in oder von der Pause winken die Kindern ihren Eltern zu. Auch sie profitieren, weil durch die Vertrauensbasis die Eltern sich aktiver in die Schule einbringen und so langfristig zum Schulerfolg ihrer Kinder beitragen. Die Organisationen aus dem Quartier nehmen ebenfalls am Kaffeetreff teil und können so direkt auf ihre Angebote und Veranstaltungen aufmerksam machen.

Am Dienstag, 7. November feierte nun das Elterncafé seinen ersten Geburtstag und öffnete zwischen 8.20 und 10.30 Uhr seine Türen. Dies stiess auf grosses Interesse und die Besucherinnen und Besucher – gross und klein – schätzen die guten Gespräche, die Spiele und die Geburtstagstorte.

Die Aufbauphase der Elterncafés wurde über die Bildungslandschaft futurina gesichert. Als eine von 22 nationalen Bildungslandschaften wird sie mit finanzieller Beteiligung der Jacobs Fondation und der Stadt Bern realisiert. Sie setzt sich die verstärkte Vernetzung zwischen den Familien, der Schule und den Quartierorganisationen zum Ziel, um die Angebote für Kinder und Familien zugänglicher zu machen und so die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen.

Die Fachstelle Elternmitwirkung gratuliert herzlich und wünscht allen Beteiligten viel Freude, spannende Gespräche und weiterhin viele Menschen, die ideell und finanziell für dieses tolle Angebot einstehen.

Wenn Sie mehr über den Aufbau und die konkrete Umsetzung des Elterncafés wissen wollen, gibt Ihnen die Schulleiterin Ruth Bielmann gerne Auskunft - ruth.bielmann(at)bern.ch.


Links
Schule Schwabgut, Elterncafé
Bildungslandschaft futurina
Bericht Bümpliz Woche
Bericht Berner Zeitung

Good Practice Oktober 2017 - Elternbildungsveranstaltungen für die Schulen

Elternbildungsveranstaltungen für die Schulen

Ein Angebot der Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern

Von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Schule und Erziehungsberechtigten profitieren beide Seiten. Deshalb bietet die Dienststelle Volksschulbildung DVS den Schulen Elternbildungsveranstaltungen zu erziehungs- und bildungsrelevanten Themen an. Die Schulen können so die Eltern verstärkt informieren und einbeziehen. Die Eltern erfahren, wie wichtig eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist.

Um möglichst aktuelle Themen anbieten zu können, wurde bei den Schulen eine Umfrage durchgeführt und das Angebot ihren Bedürfnissen entsprechend zusammengestellt. Die Liste der Veranstaltungen wird regelmässig angepasst und mit neuen Angeboten ergänzt. So stehen aktuell unter anderem Veranstaltungen zu den Themen „Umgang mit neuen Medien“, „Bewegung und Ernährung“, „Sexualerziehung“ sowie „Umgang mit Stress“ zur Auswahl. Einige Veranstaltungen sind thematisch für Eltern von Kindern in der Schuleingangsstufe ausgerichtet, andere Veranstaltungen wie beispielweise „Party, Ausgang, Alkohol“ sind für Eltern von Sekundarschüler/innen konzipiert. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass für Eltern von Kindern in allen Stufen der Volksschule etwas dabei ist.

Für die Organisation und Koordination vor Ort ist die Schulleitung, die Bildungskommission oder das Elternmitwirkungsgremium der Schule zuständig. Die Veranstaltungen wurden entweder durch die DVS oder durch externe Fachstellen konzipiert, welche ihre Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Schulen durchführen. Der Kanton übernimmt drei Viertel der Kosten. Nach jeder Veranstaltung wird bei der Schule ein Feedback eingeholt. Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv und das Angebot wird von den Schulen sehr geschätzt. Mehr Informationen finden Sie unter www.volksschulbildung.lu.ch, Stichwort Elternbildung.

Die Koordination und Steuerung der Elternbildung im Kanton Luzern erfolgt durch die departementsübergreifende Steuergruppe „Elternbildung LU“ unter der Leitung der Dienststelle Volksschulbildung mit je einer Vertretung der Dienststellen „Soziales und Gesellschaft“, „Gesundheit und Sport“ und „Berufs- und Weiterbildung“. Jede Dienststelle ist dabei mit eigenen Massnahmen aktiv. Ergänzend zum Angebot der DVS für die Luzerner Volksschulen gibt es elternbildung.lu.ch. Auf dieser Webseite können Eltern nach Veranstaltungen suchen und Elternbildner/-innen ihre Veranstaltungen ausschreiben. Für Eltern gibt es dort ausserdem diverse Informationsmaterialien rund um das Thema Erziehung.  

Für Auskünfte wenden Sie sich an Martina Brülisauer, Dienststelle Volksschulbildung.

Good Practice August 2017 - Leuchtwesten-Projekt

Sichtbar dank selbst gestalteten Leuchtwesten

Im Herbst 2015 äusserten die Mütter und Väter der Elternmitwirkung von Jonschwil-Schwarzenbach ihre Sorge, dass die Kinder in der Dämmerung oder bei Nebel im Verkehr schlecht erkennbar seien. Sie baten die Schule um die Finanzierung von Leuchtwesten zur Verteilung an alle Schüler/-innen. Der Schulrat stand der Finanzierung grundsätzlich positiv gegenüber. Die Lehrpersonen bezweifelten jedoch, ob die Westen dann auch wirklich getragen würden.

Wer kann dazu besser Auskunft geben als die Kinder selber? Deshalb lancierte die Schulleitung ein partizipatives Projekt und bezog die Ideenbüros* ein. Dabei handelt es sich um eine Anlaufstelle für Ideen und Probleme aller Art in der Schule, bei der grössere Kinder als Expert/-innen für Anliegen und Problem von Gleichalterigen oder Jüngeren aktiv sind. Die Ideenbüros der 5./6. Klasse bekamen den Auftrag, Ideen zu entwickeln, wie Schulkinder bei Dunkelheit oder Dämmerung für andere Verkehrsteilnehmer besser zu erkennen sind.

Die Kinder der Ideenbüros trafen sich für Sitzungen, fragten in den Klassen nach, präsentierten der Schulleitung ihre Ideen und setzten sich mit kritischen Fragen auseinander. Schlussendlich entschieden sie sich für Leuchtwesten. Damit diese auch getragen würden, müssten sie schon irgendwie speziell sein und eine Farbe haben, die dem persönlichen Geschmack entspricht. Es entstand die Idee, dass die Kinder die Leuchtwesten selber gestalten.

Es folgte eine Zeit, in der die Kids im Internet nach Anbietenden von Leuchtwesten suchten und Preise verglichen. Die Bestellung der Leuchtwesten hielt einige Herausforderungen bereit. So musste beispielsweise mit den Firmen verhandelt werden, dass diese trotz Mindestbestellmengen Muster in unterschiedlichen Farben lieferten. Oder das ganze Prozedere, das durch eine Bestellung im Ausland entsteht, musste geklärt und organisiert werden.

Dann stellten die Ideenbüros das Projekt allen Klassen vor und die Schüler/-innen konnten aus den Mustern ihre Lieblingsfarbe auswählen. Um die Leuchtwesten im Unterricht persönlich verzieren zu können, wurden die Handarbeitslehrerinnen von den Ideenbürokindern eingeladen, über die Idee informiert und für eine Zusammenarbeit angefragt. Diese waren gerne bereit, einige Lektionen für die Gestaltung der Westen zur Verfügung zu stellen.

Natürlich dauerte das ganze Projekt etwas länger als geplant. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die Kinder sind von ihren selbstgestalteten Werken begeistert und fühlen sich darin wohl. Dank der transparenten Kommunikation der Schule trugen die Eltern das Projekt mit und reagierten verständnisvoll auf die Verspätung. Seit Herbst 2016 tragen die Kinder nun in der dunklen Jahreszeit voller Stolz und Plausch ihre Leuchtwesten «Marke Eigengestaltung» und sind durch deren Leuchtkraft besser geschützt auf ihrem Schulweg.

Der Schulleiter Ivo Kamm zieht folgendes Fazit: «Die Leuchtwesten sind ein gutes Beispiel dafür, wie Eltern zusammen mit der Schule und den Kindern etwas entwickeln und erfolgreich umsetzen können».

Kontaktperson: Ivo Kamm, Schulleiter Primar, ivo.kamm(at)schulen-js.ch, www.schulen-js.ch.

Mehr zu den * Sie hier.

Good Practice Juni 2017 - Am gleichen Strick ziehen

Am gleichen Strick ziehen

Jahrestagung der Elternmitwirkungsorganisationen Kanton Zürich

Der Einladung an die Jahrestagung der KEO (Kantonale Elternmitwirkungsorganisation - Verband der Elterngremien im Kanton Zürich) in Winterthur folgten rund 100 Eltern aus dem ganzen Kanton Zürich.

Die Veranstaltung eröffnete die KEO–Präsidentin Gabriela Kohler mit Informationen und Hinweisen zum Lehrplan 21 und über den neu definierten Berufsauftrag für die Lehrpersonen.

Anschliessend plädierte die Pädagogin und Journalistin Cornelia Kazis in einem spannenden Referat für Entschleunigung und mehr freie Zeit im Familienalltag. Sie forderte Zeitwohlstand statt Güterwohlstand und empfiehlt als Entschleunigungstechnik das Warten - denn nur wer wartet, hat etwas zu erwarten.

Der Mittag stand im Zeichen der Begegnungen und bot den Eltern aus den unterschiedlichsten Schulgemeinden zahlreiche Möglichkeiten sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

Zum Schluss der Tagung standen zwei Workshops zur Wahl: einer zeigte die rechtlichen Aspekte der Elternmitwirkung auf, der andere bot eine Anleitung, um sich auf dem Pausenplatz verbal statt mit Fäusten wehren zu können.

Wer mehr über die Tagung und die spannenden Themen erfahren möchte, kann dies hier tun: KEO Jahrestagung 2017

Good Practice April 2017 - Aktion „Gsunds Znüni“

Aktion „Gsunds Znüni“

Kindergärten und Primarschulen Thun

Die Freude auf den Frühling hat an den Primarschulen und Kindergärten Schönau und Hohmad in Thun einen besonderen Grund: die Aktion «Gsunds Znüni».

Seit 4 Jahren organisiert der Elternrat Schönau-Hohmad diese Aktion. Ganz praktisch erleben die Schülerinnen und Schüler, wie lecker ein gesundes Znüni schmeckt. Früchte und Gemüse, die liebevoll gerüstet und pro Klasse auf Platten arrangiert wurden, füllen an diesem Tag die knurrenden Mägen.

Eltern und Helferklassen
Eine Arbeitsgruppe des Elternrates plant und organisiert jeweils diese Aktion. Die Koordination mit der Schule, die Suche nach rund 10 Helferklassen und die Bestellung der Früchte und Gemüse gehören genauso zu ihren Arbeiten wie das Bereitstellen aller nötigen Materialien und das Anleiten, wie das «Schnipseln und Rüsten» gemacht wird. Die Kosten für die Lebensmittel, die vor Ort bei einem Gemüsehändler bestellt werden, trägt die Schule.
Mit einem Infoschreiben werden alle Kinder der 30 Klassen über die Aktion informiert, damit sie am geplanten Morgen kein Znüni mitbringen sollen.
Und dann ist es soweit, die Znüniplatten werden von den Helferklassen unter Mithilfe von Vertreter/innen des Elternrats bereitgemacht, den Klassen verteilt und die gesunde Pause startet.

Znüni und Wettbewerb
Erstmals wurde die Aktion im Frühling 2016 ergänzt mit einem Wettbewerb, bei dem Klassen auf Plakaten darstellen konnten, was für sie «gesundes Znüni» bedeutet. Der Elternrat wollte so den Lehrpersonen die Möglichkeit geben, das Thema gesundes Essen mit den Kindern im Unterricht zu vertiefen. Als Siegerpreis winkt je nach Alter der Siegerklasse eine Führung durch den Betrieb des lokalen Gemüsehändlers oder er geht direkt in die Klasse und informiert über aktuelle und exotische Früchte und Gemüse. Die zweitplatzierte Klasse freut sich über einen Früchtekorb und als dritter Preis werden verschiedene Give-aways wie Kugelschreiber oder Käppis verteilt.
Für den Wettbewerb im Frühling 2017 hofft der Elternrat, dass sich mehr Klassen am Wettbewerb beteiligen. Auf Wunsch der Lehrpersonen wurde der Termin der Aktion und der Aufruf zum Wettbewerb weit im Voraus kommuniziert, um die Unterrichtsplanung zu erleichtern.

Begeisterung als positive Rückmeldung
Die Aktion findet gleichermassen Anklang bei den Kindern und den Lehrpersonen. Dies zeigen einerseits die Begeisterung, mit der die Znüniplatten genossen werden und die positiven Rückmeldungen. Andererseits unterstützen die Lehrpersonen den Anlass, indem jedes Jahr 10 Lehrpersonen mit ihren Klassen eine Unterrichtslektion für die Vorbereitungen zur Verfügung stellen.

Für den Elternrat sei die Aktion ein willkommener Anlass, erläutert Martin Lobsiger, der Co-Präsident. Vertreter/-innen des Elternrats können sich aktiv daran beteiligen und sich so für die Kinder und Lehrpersonen engagieren. Ausserdem ergänzt die Aktion den Unterricht, weil Gesundheit und Ernährung Themen sind, die regulär in der Schule bearbeitet werden.

Für Fragen oder weitere Auskünfte wenden Sie sich direkt an Martin Lobsiger, mlobsiger(at)gmail.com.

Good Practice Februar 2017 - Elterncafé

Elterncafé – Kontakt mit und unter den Eltern

Schulhaus Fahrweid, Oetwil-Geroldswil

Wie können wir die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern bestmöglich fördern und somit Vertrauen gegenüber der Schule aufbauen? Wie können sich andere Eltern besser kennenlernen und neue Kontakte knüpfen? Für das Team des Schulhauses Fahrweid, Schulgemeinde Oetwil-Geroldswil, war die Antwort auf diese Frage die Etablierung eines Elterncafés. Es war klar, dass neben den Aspekten im Schulalltag auch die Zusammenarbeit mit den Eltern von grosser Bedeutung ist.

Eine Projektgruppe bestehend aus QUIMS-Beauftragten*, Kindergarten-Lehrperson, Schulleitung und Schulsozialarbeiterin legte die Ziele, den Zeitplan und das Budget fest. Das Elterncafé findet monatlich an verschiedenen Wochentagen während zwei Stunden statt. Es bezweckt den Austausch und Kontakt zwischen der Schule und unter den Eltern. Während 2015 die Eltern von Spielgruppen-, Kindergarten- und 1. Klasse-Kindern eingeladen waren, wurden ab Sommer 2016 auch die Eltern aller Primarschüler/-innen eingeladen. Vor jedem Elterncafé erhalten sie eine Einladung mit Anmeldetalon, was eine gewisse Verbindlichkeit schafft. Spontan Besuche ohne Anmeldung sind auch möglich.

Die Information über verschiedene Themen, kurze Sequenzen von Elternbildung und die Beantwortung von Fragen unterschiedlichster Art bilden den Kern eines Elterncafés. Und wie der Name sagt, gehört auch der gemütliche Teil mit Kaffee, Obst und Keksen genauso dazu. Durch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Kindertagesstätte können die kleinen Geschwister im Zimmer der Schulsozialarbeiterin betreut werden.

Der Vorstand vom Elternforum schätzte es sehr, dass sie über das Elterncafé informiert und eingeladen wurden. Ihnen ist der Austausch mit den Eltern ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Erfreulicherweise konnten dem Vorstand vom Elternforum zwei Eltern für die Mitarbeit im Vorstand vermittelt werden. Bis zum Herbst 2016 beteiligten sich regelmässig zwei Personen des Elternforums am Einrichten und Aufräumen des Elterncafés. Durch einen grossen Wechsel im Vorstand des Elternforums ist diese Unterstützung nicht mehr möglich. Eine eigene Eltern-Helfergruppe ist im Aufbau, die der Schulsozialarbeiterin beim Einrichten des Elterncafés hilft.

Die Auswertungen des Projekts „Elterncafé“ ergaben, dass der persönliche und gemütliche Rahmen und der Einbezug von externen Referent/-innen geschätzt wurden. Wechselnde Wochentage entsprechen einem Bedürfnis der Eltern. Die persönliche Werbung der Spielgruppenleiterinnen bei den Eltern trug zum Erfolg bei. Damit die Eltern mehr bei der Themenwahl mitbestimmen können, sollen diese künftig mehr einbezogen werden durch persönliche Gespräche und das Notieren der Wünsche auf einen Flipchart. Das Elternforum soll weiterhin einbezogen werden.

Dass das Elterncafé geschätzt wird, zeigt diese Rückmeldung eines Besuchers: „Wo gibt es das? Wo Mütter, Schulleiterin, Kitaleiterin und Schulsozialarbeiterin um 10:00 Uhr spontan gemeinsam tanzen, trommeln und lachen? Ein kleiner und doch so grossartiger Beitrag für ein Miteinander in der Schule, in der Nachbarschaft, im Quartier, auf der Welt. Ich bin sehr beeindruckt!“

Sind Sie interessiert an weiteren Details oder haben Sie noch Fragen? Wenden Sie sich an Angela Klarwein, die Schulsozialarbeiterin, angela.klarwein(at)psog.ch.

 

*QUIMS = Qualität in multikulturellen Schulen. Schulen im Kanton Zürich mit grossem Ausländeranteil werden speziell unterstützt und bestimmen neben der Schulleitung eine zusätzliche Kontaktperson zwischen Schule und Volksschulamt.

 

 

Good Practice Dezember 2016 - Schulwegsicherheit

Rundgang "Schulwegsicherheit" – Projekt des Elternrates Heumatt

Eine Umfrage unter den Eltern des Schulhauses Heumatt zeigte, wie wichtig ihnen die Schulwegsicherheit ihrer Kinder ist. Der Elternrat organisierte einen Rundgang, an dem Eltern und Fachpersonen gemeinsam die Umgebung unter die Lupe nahmen. Er hat auf allen Seiten zu besserem Verständnis geführt und soll auch in Zukunft wieder durchgeführt werden.  

Der Elternrat des Schulhauses Heumatt hat Ende 2014 unter allen Kindergarten- und Schulklassen eine Umfrage zum Thema Schulwegsicherheit durchgeführt. Über 100 Fragebögen erhielt der Elternrat zurück. Die Auswertung ergab, dass vor allem die Eltern und Schüler/-innen der Kindergarten- und Unterstufenklassen Sicherheitsbedenken bei einzelnen Strassenabschnitten hatten. Namentlich erwähnt wurde ein Kreisel, die Unübersichtlichkeit wegen parkierenden Autos an einzelnen Strassenabschnitten oder die hohe Geschwindigkeit von Fahrzeugen im an bestimmten Strassenabschnitten.

Im Frühsommer 2015 absolvierte ein Mitglied des Elternrates mit dem zuständigen Schulinstruktor der Stadtpolizei Zürich einen Rundgang in der Umgebung des Schulhauses und liess sich von diesem das Gefahrenpotential bei den genannten neuralgischen Verkehrspunkten sowie mögliche Massnahmen dagegen erklären. Aus Sicht des Polizisten waren bereits alle potentiell gefährlichen Strassenabschnitte verkehrstechnisch für Kinder gut gesichert: Diverse verschiedene Strassenschilder, die die Automobilisten auf Schulkinder aufmerksam machen, Mittelinseln und grosse Warteräume bei Zebrastreifen bei breiten Strassen, die genaue Lagen von Zebrastreifen, die Bepflanzung des Kreisels, die zu einer geringeren Durchfahrgeschwindigkeit der Fahrzeuge führt, weil die Fahrer nicht weit voraussehen können etc. Zusätzlich betonte der Polizist die grosse Bedeutung, die die Verkehrsausbildung der Kinder und die Vorbildfunktion der Erwachsenen für die Schulwegsicherheit haben.

Der Orientierungsanlass mit dem Schulinstruktor der Stadtpolizei bewegte den Elternrat, für die Eltern der Schüler/-innen einen Schulwegsicherheits-Rundgang mit Verkehrsexperten zu organisieren. Für diesen Rundgang konnte der Leiter Verkehrssicherheit der städtischen Dienstabteilung Verkehr Zürich, ein Wissenschaftler für Bewegung und Gesundheit der Universität Zürich und zugleich Vater von Heumatt-Kindern sowie der Schulinstruktor gewonnen werden. Die Begehung fand kurz vor den Sommerferien 2016 statt. Die Eltern – auch jene, deren Kinder erst nach den Schulferien neu in die Kindergärten des Schulhauses kamen – wurden mit einem Brief eingeladen.

Rund ein Dutzend Personen nahmen am Anlass teil. Sie diskutierten angeregt mit den Fachleuten über ihre Sicherheitsbedenken an verschiedenen Verkehrsabschnitten und liessen sich erklären, mit welchen Massnahmen die gefährlichen Stellen verkehrstechnisch entschärft worden sind.Die drei Experten stuften die Verkehrssicherheitslage rund um das Schulhaus Heumatt insgesamt als gut ein und untermauerten ihre Einschätzung mit der Tatsache, dass seit längerer Zeit kein schwerer Unfall in der Gegend passiert ist.

Aus den Diskussionen während des Rundgangs sind aber verschiedene Anregungen zur Optimierung der Schulwegsicherheit hervorgegangen, und es sind auch kleinere Mängel der Verkehrsinfrastruktur entdeckt worden. Der Leiter Verkehrssicherheit sicherte zu, sich mit seinen Kollegen bei der Stadt Zürich darum zu kümmern. Seither wurden bereits erste Massnahmen umgesetzt: auf einer Strasse wurde neu ein Fahrradstreifen aufgemalt, an einem anderen Ort wurden Parkplätze am Strassenrand vor einem Zebrastreifen zurückgesetzt, um bessere Übersicht zu gewähren. Auch wurde vom zuständigen Hauswart ein mannshohes Gebüsch vor dem Zebrastreifen nahe der Schule zurückgeschnitten.

Der Rundgang mit den Verkehrsexperten ist von den teilnehmenden Eltern, Schulvertretern und den Fachleuten als sehr positiv bewertet worden. Es hat auf allen Seiten zu einem besseren Verständnis der Situation geführt und die Meinung war einhellig, dass ein solcher Rundgang in Zukunft wieder durchgeführt werden sollte. Zum Rundgang ist ausserdem ein ausführlicher Bericht geschrieben worden: Download unter folgendem Weblink: https://www.stadt-zuerich.ch/schulen/de/heumatt.html  - Mitwirkung Eltern - Anlässe

Für den Elternrat Heumatt: Michael Löchl, Martin Blumenstein

Good Practice Oktober 2016 - freiwilliges Berufswahlcoaching

Freiwilliges Berufswahlcoaching – Projekt des Elternrates Männedorf

Bereits in der Oberstufe entscheiden unsere Jugendlichen, welchen Weg sie in der Zukunft wählen werden. Gymnasium oder Lehrstelle? Der Elternrat der Oberstufe Männedorf organisierte für die 2. Sekundarstufe bereits zum 6. Mal ein freiwilliges Üben des Vorstellungsgespräches. Dafür stellen sich vierzehn Berufsfachpersonen aus verschiedenen Branchen zur Verfügung und unterstützen dadurch das Gremium.

Der 22. Juni 2016 war bei den meisten Zweitklässlern der Sekundarschule bereits seit längerem reserviert. An diesem Mittwochnachmittag übten die Jugendlichen ein Bewerbungsgespräch für die Lehrstelle. Zudem bereiteten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bewerbungsdossier vor, zu dem die Fachpersonen Rückmeldungen gaben. Wie jedes Jahr wurden die Wünsche der Jugendlichen für deren ausgewählte Berufsrichtung nach Möglichkeiten berücksichtigt.

Der Event erfreut sich jährlich grösserer Beliebtheit sowie Notwendigkeit. 79 Schülerinnen und Schüler besuchten die 2. Sekundarstufe A, B oder C der Schule Männedorf. Einige davon werden direkt nach der 2. Klasse der Oberstufe das Gymnasium besuchen und die Gemeindeschule verlassen. 2015 profitierten 49 und dieses Jahr sogar 53 Jugendliche von diesem Anlass.

Da die Berufswahl der Sekundarschüler/-innen sich auf die kaufmännische Lehre verlagert hat und das Interesse für den Bereich Immobilien stark war, beteiligten sich dieses Jahr weitere Firmen aus den entsprechenden Bereichen. Wie bereits im vergangen Jahr bestand kein Interesse an Handwerkberufen wie Schreiner, Schlosser und Maurer, obwohl es gerade in diesen Berufen interessante Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.

Ein perfektes Zusammenspiel führt zum Erfolg.
Die Unterstützung der Schule Männedorf ist zentral. So werden die Lehrpersonen bereits anfangs Jahr angefragt, ob sie mit ihrer Klasse mitmachen werden. Diese Anfragen stossen jeweils auf sehr positives Echo, weil sie durch diesen Event beim Thema Berufswahl unterstützt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternrat ist perfekt und der Anlass schliesst eine Lücke.
Die Zusammenarbeit mit dem Gewerbe ist ebenfalls von grosser Bedeutung. Ab Februar werden die ersten Berufsbildner/-innen kontaktiert und je nach Berufswünschen weitere angefragt.
Wichtig ist es ebenfalls, dass die Eltern direkt miteinbezogen werden. Sie erhalten mehrere Informationen, wie sie ihre Jugendlichen unterstützen können.
Die Schüler erhalten etwa einen Monat im Voraus wichtige Informationen für die Vorbereitung der Dossiers und die Gesprächsführung.
All das trug dazu bei, dass der 22. Juni vielen Jugendlichen in guter Erinnerung bleiben wird.

Ein langer Nachmittag mit zufriedenen Gesichtern
Das OK-Team unter der Leitung von Pia Giubellini-Pfeuti traf sich bereits um 12.15 Uhr, um die Besprechungszimmer vorzubereiten, die die Schule zur Verfügung stellte.
Die Coaches wurden pünktlich um 13.10 Uhr von OK-Team empfangen und erhielten letzte wichtige Details zum Nachmittag.
Jeweils 10 Minuten vor ihren Terminen trafen die Schülerinnen und Schüler beim OK-Team ein, das mit ihnen die letzten Fragen klärte. Alle Jugendlichen erhielten von den Berufsfachpersonen zu Gespräch und Dossier persönliche Rückmeldungen und wichtige Tipps für den weiteren Weg.

Im Anschluss an die Gespräche stand den Jugendlichen die Erleichterung in ihre glücklichen und stolzen Gesichter geschrieben. Mit einer kleinen Süssigkeit, die den Nachmittag abrundete, machten sie sich auf den Heimweg. Die ausgefüllten Feedbackbögen zeigen, wie konstruktiv die Schülerinnen und Schüler den Nachmittag erlebt haben. Dies sind Feedbackbogen, welche die Schülerinnen und Schüler nach dem Gespräch im Empfangszimmer für sich ausfüllen. Sie nehmen anschliessend diese Feedbackbogen nach Hause und haben den Auftrag, diesen mit den Eltern anzuschauen oder selber aus dem Erfahrenen Änderungen vorzunehmen. Es wird ihnen jeweils gesagt, dass sie aufgrund dieses Feedbackbogens den „letzten Schliff“ für den Ernstfall machen können.

  • Während des Gespräches fühlte ich mich wohl, ich habe es mir schlimmer vorgestellt.
  • Ich weiss jetzt, dass ich mein Titelblatt noch ändern muss.
  • Ich werde mein Dossier nochmals überarbeiten und achte in Zukunft auf Rechtschreibefehler.
  • Ich war nervös….. für nichts….. es war toll.
  • Dies war super und ich bin erleichtert und es geht mir dabei richtig gut.
  • Die Feedbacks erleichtern mir nun einiges für den Ernstfall. Jetzt werde ich gut darauf vorbereitet sein.

Die Coaches trafen sich nach den Gesprächen mit dem OK-Team und berichteten, wie sie den Anlass erlebt und was sie festgestellt haben.

  • Als Grafikerin versuche ich herauszufinden, wie kreativ die Jugendlichen sind. Dafür ändern sie bei mir zum Beispiel ein Logo.
  • Die Bewerbungsdossiers waren mehrheitlich sehr gut vorbereitet.
  • Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler auch den Stellwerktest und die Formulare der besuchten Schnupperlehren beilegen.
  • Qualität mehrheitlich sehr gut.
  • Individuellere Verfassung des Motivationsschreibens; persönlicher.
  • Gute Fragen wurden gestellt.
  • Wir sind wieder dabei im Jahr 2017.

Um 18.30 Uhr verliess das OK-Team die Schule - stolz und zufrieden über den gelungenen Event!

Pia Giubellini-Pfeuti, die für den Anlass verantwortlich war und diesen Artikel verfasste, bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sie, die Jugendlichen und den Elternrat Männedorf unterstützt haben.

Der Bericht in der Schülerzeitung "Schifertafle" (ab Seite 13) gibt einen ausführlichen Einblick ins freiwillige Berufswahlcoaching.

Auf Fragen gibt Pia Giubellini-Pfeuti gerne Auskunft: 044 980 37 17.

Good Practice September 2016 - Gemeinsam mehr erreichen

Gemeinsam mehr erreichen

Die KEO Kantonale Elternmitwirkungsorganisation organisiert jährlich eine Tagung für ihre Mitglieder. In diesem Jahr unter dem Motto „Eltern für Eltern“.

Die KEO, gegründet 2012, ist der Zusammenschluss der Elternmitwirkungsgremien des Kantons Zürich und will die Elternmitwirkung in bildungspolitischen Fragen auf Gemeinde- und Kantonsebene demokratisch abstützen und sich als legitimierte Partnerin für die Schulbehörden in den Gemeinden und im Kanton einsetzen.

80 Eltern folgten der Einladung in die alte Kaserne Winterthur. Stefan Fritschi, Stadtrat von Winterthur und Vorsteher des Departements Schule und Sport, begrüsste die Gäste mit seiner gewinnbringenden Art. Er schätzt die KEO als anerkannte Stimme der Eltern im Kanton Zürich und auch er ist überzeugt, dass wir Wissen bündeln müssen. Noch vor vielen Jahren war es üblich, dass die Schule die Eltern nur zu Gesicht bekam, wenn etwas schief lief oder ein Elternabend anstand. Dieser Meinung ist auch Gabriela Kohler, Präsidentin der KEO: „Die Schule ist eine Bildungslandschaft, ein Ort der Begegnungen und dies nicht nur wenn man an einen Elternabend gehen muss.“

Erziehung in der heutigen Zeit ist eine enorme Herausforderung, wenn nicht gar eine Herkulesaufgabe! Wie lange darf die Leine sein, an der wir Kinder zu selbstständigen Teenagern erziehen? Wieviel Autorität oder Verwöhnung braucht es in der Erziehung? Antworten und Impulse erhielten die Teilnehmer vom Hauptreferenten, dem renommierten Psychotherapeuten, Henri Guttmann. Er vertritt zum Beispiel den Standpunkt, dass heutzutage Kinder an Mangel vom Mangel leiden. Bedürfnisse sollten auch aufgeschoben werden können und nicht sofort befriedigt werden. Für Guttmann ist die Selbstwirksamkeit entscheidend. Das Selbstwertgefühl der Kinder wird gesteigert, wenn sie etwas selber tun müssen. Er ist der Meinung, dass Eltern oft Dienstleistungen erbringen, die die Kinder gar nicht mehr wollen.

Ein Ziel dieses Anlasses ist die Vernetzung. Die Teilnehmer schätzen den wichtigen Austausch untereinander. Während dem feinen Stehlunch stand dafür genügend Zeit zur Verfügung. Anschliessend konnten die Teilnehmer eines der beiden Themenateliers besuchen. Susanne Kiss und Martin Gessler, von der Geschäftsstelle Elternbildung berichteten über „Elternbildung an Schulen – Erfolgsfaktoren und die Rolle von Elternmitwirkungsgremien“. Im zweiten Atelier mit dem Titel "Sand im Getriebe" zeigte Martin Stürm, Kommunikationsbeauftragter des Volksschulamts wie kommunikative "Stolperstein" zwischen Eltern und der Schule vermieden oder aus dem Weg geräumt werden können. Stürm weiss, dass man gemeinsam mehr erreichen kann, doch diese Einsicht muss unter allen Akteuren der Schulen noch wachsen. Denn das Wohl der Kinder muss immer im Zentrum stehen.

Die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen uns einmal mehr, dass die Tagungsteilnehmer auch in diesem Jahr wieder viele interessante Anregungen für den Alltag mit ihren Kindern und der Schule mit nach Hause nehmen konnten.

Sibylle Grimm Nafzger, Vorstandmitglied KEO

Link zur KEO-Website: www.keo-zh.ch