Stopp!

Gewalt hat viele Gesichter und Ursachen. Auf dieser Seite wollen wir mit Informationen und Links dazu beitragen, dass Schulen, Organisationen und Eltern aktiv werden können und die gewaltfreie Kommunikation und Erziehung gefördert werden kann.

Studie zur Kindswohlgefährdung in der Schweiz rüttelt auf

Die Hochschule Luzern hat mit der Universität Lausanne erstmals schweizweit Daten zu Kindeswohlgefährdungen ausgewertet. Das Resultat: Jedes Jahr gelangen bis zu 50’000 Kinder an eine Kindesschutzorganisation. Sie brauchen Hilfe, weil sie physische oder psychische Gewalt erfahren, vernachlässigt oder sexuell missbraucht werden oder Partnergewalt miterleben.

Das Miterleben von häuslicher Gewalt kann unterschiedliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben. Sie entwickeln Strategien mit unterschiedlich erkennbaren Ausprägungen, von heftiger Rebellion bis zu stiller Anpassung. Bei häuslicher Gewalt handelt es sich um ein Dunkelfeldphänomen. Die aktuellen Zahlen der Optimus-Studie zeigen Handlungsbedarf.

Zahlreiche öffentliche und private Organisationen übernehmen die anspruchsvolle Aufgabe, Kinder vor Gewalt, Übergriffen und Vernachlässigung zu schützen. Der dritte Teil der Optimus-Studie, initiiert und finanziert von der UBS Optimus Foundation, gibt erstmals umfassend Auskunft über die Formen von Kindeswohlgefährdung, die von Kindesschutzorganisationen erbrachten Leistungen und darüber, wie gut das System funktioniert.

In der Schweiz hängt es auch vom Wohnort ab, wie ein misshandeltes oder vernachlässigtes Kind unterstützt wird. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Hochschule Luzern und der Universität Lausanne. Forschende haben erstmals schweizweit Daten unterschiedlicher Organisationen zu Fällen von Kindeswohlgefährdungen erhoben.

Link zum Hochschul-Magazin, Ausgabe Juni 2018

www.kindermittendrin.ch - Der Kanton Aargau hat regiert und bietet wertvolle Informationen, Beratung und Weiterbildungen.

Das Recht auf gewaltfreies Aufwachsen und Schutz vor Gewalt

Die UN-Kinderrechtskonvention, die von der Schweiz 1997 unterzeichnet worden ist, beschreibt in Artikel 19 das Recht der Kinder auf gewaltfreies Aufwachsen und Schutz vor Gewalt.

Artikel 19
(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmassnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschliesslich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormundes oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

(2) Diese Schutzmassnahmen sollen je nach den Gegebenheiten wirksame Verfahren zur Aufstellung von Sozialprogrammen enthalten, die dem Kind und denen, die es betreuten, die erforderliche Unterstützung gewähren und andere Formen der Vorbeugung vorsehen sowie 8/24 Massnahmen zur Aufdeckung, Meldung, Weiterverweisung, Untersuchung, Behandlung und Nachbetreuung in den in Absatz 1 beschriebenen Fällen schlechter Behandlung von Kindern und gegebenenfalls für das Einschreiten der Gerichte.

Mobbing ohne Schuldzuweisungen klären mit dem No Blame Approch

Mobbing im schulischen Kontext mit Kindern und Jugendlichen zu thematisieren, fordert Fachpersonen heraus.

Viele Lehrpersonen fühlen sich unsicher, wenn sie erfahren, dass ein Kind gemobbt wird. Die Situation ist meist diffus, den Akteuren lässt sich kaum etwas nachweisen, oft steht Aussage gegen Aussage. Wer als Lehrer/in gegen die Akteure vorgeht, hat zudem oft deren Eltern gegen sich. Einen Ausweg bietet der Ansatz ohne Schuldzuweisung (No Blame Approach). Dieses lösungsorientierte Verfahren fokussiert sich darauf, das Mobbing zu beenden. Dabei wird den Kindern eine neue Rolle zugewiesen – die des Unterstützers.

Im Schweizer ElternMagazin (Fritz&Fränzi) stellen Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund den «No Blame Approach» vor, der ohne Schuldzuweisungen arbeitet und Mobbing als Gruppengeschehen versteht. 

Eine Episode der Biber-Videos haben sie dem No Blame Approach gewidmet. Der kleine Hase geht nicht mehr in die Schule, weil zuviel Angst hat er vor seinen Klassenkamerad/-innen, die ihn schikanieren. Zum Glück weiß der Lehrer, Herr Dachs, Rat.

 

Link zu Artikel

Link zum Biber-Blog

Literaturhinweise

Nicht mit mir! Gib Mobbing keine Chance, Benny Blu Lernbuch, Format DIN A6, 32 Seiten, geheftet, 4/4 farbig, Kinderleich Wissen. wwwbennyblu.ch

Erkennen, verstehen, verhindern - Benny Blu zeigt Kindern, sie sie selbstbewusst fiesem Mobbing begegnen können. Was bedeutet Mobbing? Wie kommt es dazu? Was kann man dagegen tun? Und was versteht man eigentlich unter Cybermobbing? 

Hilfreiche Adressen

Schweizerisches Institut für Gewaltprävention SIG und www.sig-online.ch Präventions- und Interventionsangebote in Schulen