Good Practice Oktober 2018

Eltern fit machen für die Berufswahl

Der Weg in die Berufswelt ist für die Jugendlichen ein wichtiger und herausfordernder Schritt. Je vertrauter die Eltern mit dem Schulsystem und den einzelnen Phasen der Berufswahl sind, desto besser können sie ihre Töchter und Söhne dabei begleiten.

Dulliken ist eine Gemeinde nahe bei Olten mit einer vielfältig zusammengesetzten Bevölkerung, was sich natürlich auch in der Schule spiegelt. Um den Berufswahlunterricht optimal zu ergänzen, hat die Oberstufe ihr Berufswahlkonzept überarbeitet und den aktuellen Herausforderungen angepasst. Hierdurch soll allen Schülerinnen und Schülern, insbesondere jenen mit erschwerten Bedingungen, der Zugang zur Berufswahl ermöglicht werden. Die Eltern werden hierbei speziell berücksichtigt und involviert.

Auf drei Ebene ist die Oberstufe Dulliken aktiv:

  • Berufswahlunterricht in den 7. – 9. Klassen gemäss Stundentafel und erweiterten Angeboten
  • Integrations- und Präventionsprojekt «Lift - Leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit» für Jugendliche mit erschwerter Ausgangslage
  • «Elterntreff Berufswahl» - Informations- und Austausch-Anlässe für Eltern

Elterntreffs
Während der ganzen Oberstufenzeit werden die Eltern drei Mal zu den Elterntreffs eingeladen. Geht es in der 7. Klasse noch um eher allgemeine Informationen zur Berufswahl und Unterricht, werden in der 8. Klasse ganz konkret die vielfältigen Wege in die Berufswelt thematisiert. In der 9. Klasse stehen dann die Bewerbungs- und Vorstellungsgespräche im Zentrum. Im April der Abschlussklasse gibt es noch einen freiwilligen Abend, bei dem der Fokus auf Themen rund um den Übertritt in die Berufswelt gelegt wird: Umgang mit Lehrlingslohn, herausfordernden Situationen, Lehrabbruch etc.

Die Eltern sitzen jeweils gruppenweise an Tischen zusammen mit einer Lehrperson, die den Austausch falls nötig moderiert. Pro Tisch sitzt zusätzlich ein Vater oder eine Mutter in der Funktion einer Brückenbauer/-in aus einem nicht-deutschsprachigen Sprachraum, um bei Bedarf Informationen und Gesprächsbeiträge in ihre Muttersprache zu übersetzen. Die teilnehmenden Eltern wissen, wo «ihre Sprachbrücke» ist und wählen selber aus ob sie am jeweiligen Tisch das Angebot nutzen wollen.
Nach einem kurzen Input erhalten die Gruppen Diskussionsaufträge. So wird beispielsweise der eigene Weg in die Berufswelt anhand der schematischen Darstellung der Schweizer Bildungslandschaft aufgezeigt. Schnell wird so klar, welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen ihrem Herkunftsland und der Schweiz bestehen. Oder sie tauschen Erfahrungen darüber aus, welche Erwartungen bei der Arbeit an sie gerichtet werden. Die Schule kann daran anknüpfen und aufzeigen, wie sie die angehenden Berufsmenschen auf diese Situationen vorbereiten.

An persönlichen Elterngesprächen mit der Klassenlehrperson wird aufgezeigt wo ihr Kind steht und welches die wichtigen Meilensteine sind, die angepackt werden müssen.
Mit ihrer aktiven Rolle will die Schule Dulliken den Eltern aufzeigen, wie die jungen Menschen gemeinsam von Schule und Eltern auf die Berufswelt vorbereitet und begleitet werden können. Im Bereich der Elternzusammenarbeit sieht sich die Schule Dulliken als Vermittlerin - sowohl für wichtiges Basiswissen als auch für die Vernetzung unter den Eltern. Durch die Gespräche an den Elternabenden lernen sich die Eltern näher kennen, was auch die Begegnungen im Alltag fördert.

Fazit von Steffen Naydowski, Schulleiter
Als Schulleiter erlebe ich die Elterntreffs als Bereicherung. Anstatt Eltern nach einem langen Arbeitstag mit Frontalunterricht zu ermüden, kreiert diese Form eine ganz andere Stimmung in der Aula. Menschen, die sich sonst nicht austauschen, kommen ins Gespräch zu einem Thema, welches beiden unter den Nägeln brennt. Neue Ressourcen werden erschlossen und das Dorf vernetzt sich. Die Informationen meinerseits fliessen dennoch, auch wenn ich mir genau überlegen muss wie ich diese kurz und knapp an die Adressaten bringen kann. Die Rückmeldungen der Eltern und der Lehrpersonen waren bisher durchwegs positiv und zeigen auf, dass dieser Weg zumindest für Dulliken weitergegangen werden muss. Die Vernetzung möglichst vieler «Spieler» in der Welt der Berufswahl ist mir ein grosses Anliegen. Nebst den Eltern, Lehrern und Kindern gibt es ja noch einige mehr zu vernetzen. Ich denke hierbei vor allem an die abnehmenden Schulen und Betriebe.

Für weitere Informationen steht Steffen Naydowski, Schulleiter der Oberstufe, zur Verfügung - steffen.naydowski(at)dulliken.ch.

Links und Infos
-    Konzept Berufswahl: Konzept als pdf
-    Beispiel einer Einladung: Einladung als pdf
-    Website Schule Dulliken: www.schulen-dulliken.ch