Good Practrice Oktober 2016 - freiwilliges Berufswahlcoaching

Freiwilliges Berufswahlcoaching – Projekt des Elternrates Männedorf

Bereits in der Oberstufe entscheiden unsere Jugendlichen, welchen Weg sie in der Zukunft wählen werden. Gymnasium oder Lehrstelle? Der Elternrat der Oberstufe Männedorf organisierte für die 2. Sekundarstufe bereits zum 6. Mal ein freiwilliges Üben des Vorstellungsgespräches. Dafür stellen sich vierzehn Berufsfachpersonen aus verschiedenen Branchen zur Verfügung und unterstützen dadurch das Gremium.

Der 22. Juni 2016 war bei den meisten Zweitklässlern der Sekundarschule bereits seit längerem reserviert. An diesem Mittwochnachmittag übten die Jugendlichen ein Bewerbungsgespräch für die Lehrstelle. Zudem bereiteten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bewerbungsdossier vor, zu dem die Fachpersonen Rückmeldungen gaben. Wie jedes Jahr wurden die Wünsche der Jugendlichen für deren ausgewählte Berufsrichtung nach Möglichkeiten berücksichtigt.

Der Event erfreut sich jährlich grösserer Beliebtheit sowie Notwendigkeit. 79 Schülerinnen und Schüler besuchten die 2. Sekundarstufe A, B oder C der Schule Männedorf. Einige davon werden direkt nach der 2. Klasse der Oberstufe das Gymnasium besuchen und die Gemeindeschule verlassen. 2015 profitierten 49 und dieses Jahr sogar 53 Jugendliche von diesem Anlass.

Da die Berufswahl der Sekundarschüler/-innen sich auf die kaufmännische Lehre verlagert hat und das Interesse für den Bereich Immobilien stark war, beteiligten sich dieses Jahr weitere Firmen aus den entsprechenden Bereichen. Wie bereits im vergangen Jahr bestand kein Interesse an Handwerkberufen wie Schreiner, Schlosser und Maurer, obwohl es gerade in diesen Berufen interessante Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.

Ein perfektes Zusammenspiel führt zum Erfolg.
Die Unterstützung der Schule Männedorf ist zentral. So werden die Lehrpersonen bereits anfangs Jahr angefragt, ob sie mit ihrer Klasse mitmachen werden. Diese Anfragen stossen jeweils auf sehr positives Echo, weil sie durch diesen Event beim Thema Berufswahl unterstützt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternrat ist perfekt und der Anlass schliesst eine Lücke.
Die Zusammenarbeit mit dem Gewerbe ist ebenfalls von grosser Bedeutung. Ab Februar werden die ersten Berufsbildner/-innen kontaktiert und je nach Berufswünschen weitere angefragt.
Wichtig ist es ebenfalls, dass die Eltern direkt miteinbezogen werden. Sie erhalten mehrere Informationen, wie sie ihre Jugendlichen unterstützen können.
Die Schüler erhalten etwa einen Monat im Voraus wichtige Informationen für die Vorbereitung der Dossiers und die Gesprächsführung.
All das trug dazu bei, dass der 22. Juni vielen Jugendlichen in guter Erinnerung bleiben wird.

Ein langer Nachmittag mit zufriedenen Gesichtern
Das OK-Team unter der Leitung von Pia Giubellini-Pfeuti traf sich bereits um 12.15 Uhr, um die Besprechungszimmer vorzubereiten, die die Schule zur Verfügung stellte.
Die Coaches wurden pünktlich um 13.10 Uhr von OK-Team empfangen und erhielten letzte wichtige Details zum Nachmittag.
Jeweils 10 Minuten vor ihren Terminen trafen die Schülerinnen und Schüler beim OK-Team ein, das mit ihnen die letzten Fragen klärte. Alle Jugendlichen erhielten von den Berufsfachpersonen zu Gespräch und Dossier persönliche Rückmeldungen und wichtige Tipps für den weiteren Weg.

Im Anschluss an die Gespräche stand den Jugendlichen die Erleichterung in ihre glücklichen und stolzen Gesichter geschrieben. Mit einer kleinen Süssigkeit, die den Nachmittag abrundete, machten sie sich auf den Heimweg. Die ausgefüllten Feedbackbögen zeigen, wie konstruktiv die Schülerinnen und Schüler den Nachmittag erlebt haben. Dies sind Feedbackbogen, welche die Schülerinnen und Schüler nach dem Gespräch im Empfangszimmer für sich ausfüllen. Sie nehmen anschliessend diese Feedbackbogen nach Hause und haben den Auftrag, diesen mit den Eltern anzuschauen oder selber aus dem Erfahrenen Änderungen vorzunehmen. Es wird ihnen jeweils gesagt, dass sie aufgrund dieses Feedbackbogens den „letzten Schliff“ für den Ernstfall machen können.

  • Während des Gespräches fühlte ich mich wohl, ich habe es mir schlimmer vorgestellt.
  • Ich weiss jetzt, dass ich mein Titelblatt noch ändern muss.
  • Ich werde mein Dossier nochmals überarbeiten und achte in Zukunft auf Rechtschreibefehler.
  • Ich war nervös….. für nichts….. es war toll.
  • Dies war super und ich bin erleichtert und es geht mir dabei richtig gut.
  • Die Feedbacks erleichtern mir nun einiges für den Ernstfall. Jetzt werde ich gut darauf vorbereitet sein.

Die Coaches trafen sich nach den Gesprächen mit dem OK-Team und berichteten, wie sie den Anlass erlebt und was sie festgestellt haben.

  • Als Grafikerin versuche ich herauszufinden, wie kreativ die Jugendlichen sind. Dafür ändern sie bei mir zum Beispiel ein Logo.
  • Die Bewerbungsdossiers waren mehrheitlich sehr gut vorbereitet.
  • Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler auch den Stellwerktest und die Formulare der besuchten Schnupperlehren beilegen.
  • Qualität mehrheitlich sehr gut.
  • Individuellere Verfassung des Motivationsschreibens; persönlicher.
  • Gute Fragen wurden gestellt.
  • Wir sind wieder dabei im Jahr 2017.

Um 18.30 Uhr verliess das OK-Team die Schule - stolz und zufrieden über den gelungenen Event!

Pia Giubellini-Pfeuti, die für den Anlass verantwortlich war und diesen Artikel verfasste, bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sie, die Jugendlichen und den Elternrat Männedorf unterstützt haben.

Der Bericht in der Schülerzeitung "Schifertafle" (ab Seite 13) gibt einen ausführlichen Einblick ins freiwillige Berufswahlcoaching.

Auf Fragen gibt Pia Giubellini-Pfeuti gerne Auskunft: 044 980 37 17.